16. Närrische Nacht – Wenn Sport auf Karneval trifft

Während andernorts am 31. Oktober gruselige Gestalten durch die Straßen zogen, waren in Steinheim wieder ganz andere merkwürdige Gestalten unterwegs. Mit Stirnlampen auf dem Kopf, blinkenden Lichterketten um den Körper und dem ein oder anderen ausgefallenen Kostüm bewaffnet, machten sich rund 444 Sportbegeisterte auf den Weg zur 16. Närrischen Nacht. Eingeladen hatten wie in jedem Jahr die „Man Teou Renner“, die mit ihrem etwas anderen Volkslauf mittlerweile einen festen Platz im Steinheimer Veranstaltungskalender haben.

Wer sich am Halloweenabend allerdings auf die Suche nach der gewohnten Karnevalshalle am Piepenbrink machte, stand auch in diesem Jahr vor der falschen Tür. Denn die Närrische Nacht fand erneut an der Steinheimer Stadthalle statt. Was im vergangenen Jahr aufgrund der Bauarbeiten an der Karnevalshalle noch als Ausweichlösung gedacht war, hat sich mittlerweile durchaus bewährt. Mehr Platz für Teilnehmer und Gäste, ausreichend Parkmöglichkeiten und vor allem der unkomplizierte Zugang zu den Duschen im benachbarten Freibad bringen einige Vorteile mit sich. Und auch wenn die Karnevalshalle natürlich ihren ganz eigenen Charme hat, scheint sich die neue Örtlichkeit inzwischen etabliert zu haben.

Doch zurück zum eigentlichen Grund, warum sich an diesem Abend so viele Menschen freiwillig in die Dunkelheit begaben. Um 18:49 Uhr fiel der Startschuss für die Walker, die sich auf die 5,5 beziehungsweise 11 Kilometer lange Strecke machten. Um 19:11 Uhr waren dann auch die Läufer an der Reihe. Schließlich darf bei einer Veranstaltung der Steinheimer Karnevalisten auch beim Startschuss die närrische Zahl nicht fehlen. Mit reichlich Licht am Körper ging es durch die Steinheimer Nacht. Schließlich wollte man nicht nur sportlich glänzen, sondern auch von den anderen Teilnehmern gesehen werden.

Während sich die Sportler auf der Strecke verausgabten, liefen in der Stadthalle bereits die Vorbereitungen für ihre Rückkehr. Denn wer einige Kilometer in den Beinen hat, darf sich anschließend auch ordentlich stärken. So warteten nach dem Zieleinlauf wieder warmer Tee, knackige Bockwürstchen, frische Salate und natürlich das ein oder andere isotonische Kaltgetränk auf die hungrigen und durstigen Teilnehmer. Nach und nach füllte sich die Stadthalle wieder mit erschöpften, aber zufriedenen Gesichtern.

Nachdem alle Teilnehmer wohlbehalten zurückgekehrt waren und die fleißigen Helfer im Hintergrund die Ergebnisse ausgewertet hatten, stand die Siegerehrung auf dem Programm. Natürlich wurden auch in diesem Jahr die schnellsten Läuferinnen, Läufer und Walker der jeweiligen Strecken geehrt. Doch wer die Närrische Nacht kennt, weiß, dass hier nicht unbedingt der Schnellste den begehrtesten Pokal mit nach Hause nimmt. Viel wichtiger ist schließlich die Zahl 11! Denn der Wanderpokal geht traditionell an die Person, die als Elfte von allen Läufen zusammen die Ziellinie überquert. Und so durfte sich in diesem Jahr Jan Kaschura vom RunArtist Holzminden e.V. über diese ganz besondere Auszeichnung freuen. Ein Platz, über den man sich vermutlich bei kaum einer anderen Laufveranstaltung so sehr freut.

Und wer nun dachte, nach einigen Kilometern sportlicher Betätigung sei für diesen Abend genug Bewegung gewesen, der hatte die Rechnung ohne die steimsche Band Kapelle Kamelle gemacht. Die sorgte auch in diesem Jahr wieder für ordentlich Stimmung und verwandelte die Stadthalle kurzerhand von einer Sportveranstaltung in eine waschechte Karnevalsparty.

Damit ging auch die 16. Närrische Nacht wieder erfolgreich über die Bühne. Die Man Teou Renner haben auch in diesem Jahr bewiesen, dass bei ihrem etwas anderen Volkslauf nicht nur die gelaufenen Kilometer zählen, sondern vor allem der Spaß an der Sache. Und so dürften sich viele Teilnehmer schon jetzt auf die nächste Runde durch die Steinheimer Nacht freuen.

Man teou!

Fotos & Text: Marc Schriegel