Das Prinzenpaar 2026/2027

Was wäre der Steinheimer Karneval ohne seine Tollitäten, den Prinzen und seine Prinzessin? Die Amtszeit des Prinzen, als Oberhaupt der Steimschen Narrenschar, beginnt mit seiner Proklamation im Januar und dauert exakt ein Jahr. Der Name der Prinzessin wird unter großer Geheimhaltung traditionell erst auf dem Galaabend der StKG bekannt gegeben. Das Prinzenpaar regiert das Narrenvolk während der gesamten 5. Jahreszeit und wird unterstützt durch seinen Hofstaat und den Elferrat.

In der Session 2026/27 regiert:

Prinz Andreas, raffinierter Magier von Ton und Technik

und

Prinzessin Julia, die funkelnde Seele des Karnevals

Prinzensteckbrief

Die heimliche Hauptstadt des Karnevals hat einen neuen Regenten – und dieser kommt nicht mit Pomp und Zufall, sondern mit Plan, Präzision und jeder Menge Technikverständnis. Mit Prinz Andreas Waldhoff übernimmt ein Mann das närrische Zepter, der seit Jahrzehnten lieber im Hintergrund die Fäden zieht, Kabel verlegt, Kameras justiert und Systeme zum Laufen bringt. Jetzt aber tritt er aus dem Schatten der Bühne ins Scheinwerferlicht – und Steinheim darf sich sicher sein: Diese Session läuft stabil, synchron und bestens ausgeleuchtet.

Geboren wurde Andreas am 22. September 1971 in Höxter. Aufgewachsen ist er mitten im Leben – in der Hospitalstraße und später in der Flurstraße. In einer großen Familie mit fünf Haushalten, 14 Cousinen und Cousins war immer Bewegung im System. Stillstand? Fehlanzeige. Schon früh prägte ihn das handwerkliche Umfeld: Vater August Waldhoff war Tischler, die Werkstatt ein zweites Zuhause. Erst Holz, dann Strom, später Elektronik – der Weg war vorgezeichnet.

Die schulische Laufbahn war kurz, übersichtlich und effizient. Kindergarten direkt gegenüber, Grundschule ein paar Schritte die Straße runter – mit obligatorischem Zwischenstopp am Süßigkeitenladen von Frau Jürgens – und die Realschule die Straße hoch, damals noch in der Kolpingstraße. Schon dort zeigte sich, wo die Interessen lagen: Technik, Physik, Mathe und Informatik hatten Hochkonjunktur, Biologie, Geschichte und Französisch eher Sendepause. Nach zehn Jahren Theorie war klar: Jetzt muss Praxis her. Praktikum und Ausbildung bei Phoenix Contact waren der Startschuss.

Seit 1988 spielt sich Andreas’ berufliche Laufbahn konsequent in Blomberg ab – und zwar bei Phoenix Contact. Ausbildung zum Energieanlagenelektroniker, ab 1992 Techniker-Abendschule in Bielefeld, tagsüber Maschinenbau, abends Weiterbildung. Schnell wurde klar: Hier arbeitet jemand, der nicht nur repariert, sondern denkt, entwickelt und verbessert. Steuerungen, Automatisierung, Programmierung – Andreas fand Lösungen, wo andere erst Probleme sahen. Ende der 1990er kam dann das Thema Bildverarbeitung dazu. Ein Vision-System, das heute weltweit in der Produktion von Phoenix Contact eingesetzt wird, trägt seine Handschrift. Präzise, zuverlässig und ständig in Weiterentwicklung – ganz wie sein Schöpfer.

Privat fand Andreas sein perfektes Gegenstück ebenfalls bei der Arbeit. Sie saß eines Tages einfach auf seinem Platz – vermutlich wegen des damals schon farbigen Bildschirms. Später traf man sich zufällig auf einer Party wieder, und seit 1995 laufen beide Systeme synchron. 2001 wurde geheiratet, Tochter Jessica kam im November 2002 – knapp elf Tage nach dem 11.11. – zur Welt, Sohn Bastian folgte 2006. Eine Familie, bei der der Karneval quasi ab Werk installiert ist.

Denn der Karneval war immer da. Wagenbau mit der Kolpingsfamilie über den Vater, Rosenmontagszug mit der Mutter beim TV Steinheim – Andreas wuchs ganz selbstverständlich mit dem närrischen Treiben auf. Seine eigenen Auftritte im Zug sind rar, aber legendär: In den 80ern als Putzfrauen mit Cousinen, Bollerwagen und Klohäuschen – das Motto ist bis heute ungeklärt, Fotobeweise hoffentlich gelöscht. 2016 dann als Wagenbegleitung des Kinderprinzenpaares David & Maja – ganz familiär.

Seit dem Jahr 2000 ist Andreas fest im Maschinenraum des Steinheimer Karnevals verankert. Ein Gespräch mit Ferdi Hasse auf der Galerie führte ihn direkt zur Kamera – und seitdem ist er kaum noch wegzudenken. Seit 2016 ein Teil der Tanzbären, seit 2003 Elferrat und seit 25 Jahren Teil des Film- und Technikteams, Kameramann, Tontechniker, Cutter, Ideengeber, Problemlöser. Analoge Technik, digitale Umstellung, Kameras an Laternen, Traktoren, Prinzenwagen, 360°-Aufnahmen auf der Marktstraße – Andreas hat den Rosenmontagszug technisch begleitet, dokumentiert und immer wieder neu gedacht. 22 Galaabende hat er filmisch festgehalten, unzählige Veranstaltungen hinter der Bühne betreut, Mikrofone gerettet, Lichter gerückt und Tonspuren stabilisiert.

Die Ton- und Techniktruppe ist seine Heimat geworden. Heute arbeiten dort rund 15 Aktive – eine eigene kleine Welt hinter dem Vorhang neben der Bühne. Eine Welt, in der Andreas sich wohlfühlt. Live ist live, da kann mal etwas schiefgehen – aber am Ende läuft das System. Und das Feedback von Publikum und Akteuren gibt recht.

Den schönsten Moment im Karneval festzunageln, fällt ihm schwer. Es sind die vielen kleinen Augenblicke, die Begegnungen, das gemeinsame Erreichen eines Ziels am Rosenmontag. Besonders bleibt das Jahr 2019 mit der Übergabe des Rosenmontagmorgenordens an Stephan Myschik – ein Moment, der verbindet und bis heute nachwirkt.

Jetzt wartet eine neue Perspektive: Prinz sein, vorne stehen, erleben, was bisher im Hintergrund lag. Auf diese unbekannten Module freut sich Andreas ganz besonders. Sicher ist: Mit ihm übernimmt ein Prinz die Regentschaft, der weiß, wie man Systeme verbindet, Abläufe koordiniert und Menschen zusammenbringt.

Steinheim darf sich auf eine Session freuen, die technisch sauber läuft, menschlich berührt und karnevalistisch begeistert.

Mit Prinz Andreas Waldhoff an der Spitze ist klar: Diese Session hat nicht nur Herz – sie hat auch Vision.

Man teou! 

Prinzessinnensteckbrief

Steinheim hat eine neue Prinzessin – eine, bei der man ohne Übertreibung sagen darf: Karneval liegt ihr im Blut.

Julia Claes, ein echtes Steimsches Mädchen, übernimmt in dieser Session die närrische Regentschaft und wird gemeinsam mit ihrem Prinzen die fünfte Jahreszeit mit Herz, Humor und ganz viel Leidenschaft feiern. Wer Julia kennt, weiß: Diese Prinzessin steht mitten im Leben, mitten im Karneval – und vor allem mitten in Steinheim.

Geboren wurde Julia am 17. Juni 1976 im St.-Rochus-Krankenhaus in Steinheim. Getauft, zur Kommunion gegangen und gefirmt wurde sie in St. Marien – der Kirche, der sie bis heute eng verbunden ist. Nicht nur als Gemeindemitglied, sondern auch aktiv im Kirchendienst als Lektorin und Kommunionhelferin. Ab Januar 2026 übernimmt sie zudem Verantwortung im Kirchenvorstand. Aufgewachsen ist Julia zunächst auf dem Schorrberg, im Haus von Gardist Peter Heyn. Eine Kindheit voller Nachbarschaft, Freundschaften und unbeschwerter Tage – hier fand sie auch ihre beste Freundin Michaela. Später zog die Familie in die Flurstraße, eine Wohnlage, die karnevalistisch gesehen kaum besser hätte sein können: ganz nah am Prinzen.

Nach dem Besuch der Grundschule und der Realschule in Steinheim schlug Julia beruflich den Weg in den medizinischen Bereich ein. Ihre Ausbildung zur staatlich geprüften Arzthelferin absolvierte sie bei Dr. med. K. Rupitsch und blieb auch nach der Ausbildung noch zwei Jahre dort tätig. Mit der Geburt ihres ersten Sohnes begann ein beruflicher Weg, der von Engagement, Verantwortung und großer Vielseitigkeit geprägt ist: Nachtdienste in der Marcus Klinik in Bad Driburg, Arbeit auf der Intensivstation und Stroke Unit im Bathildis Krankenhaus in Bad Pyrmont, Tätigkeit in der Ambulanz des St. Ansgar Krankenhauses in Höxter sowie später mehrere Jahre in einer hausärztlichen Praxis. Nach der Geburt ihres zweiten Sohnes übernahm Julia zudem eine ganz besondere Aufgabe: die Schulbegleitung eines körperlich behinderten Kindes – ein Engagement, das sie bis heute prägt. Parallel dazu ist sie seit Jahren als AG-Leiterin im Nachmittagsunterricht aktiv und begeistert Schülerinnen und Schüler mit Kochen, Tanzen, Schulsanitätsdienst oder kreativer Acrylmalerei.

Privat ist Julia Mutter von zwei Söhnen: Maximilian, frisch gebackener Bachelorabsolvent mit Blick auf den Masterabschluss, und Leonhard, Schüler der Realschule. Dazu kommt Bonus-Sohn Wayne, Azubi im Garten- und Landschaftsbau. Familie spielt für Julia ohnehin eine große Rolle – dazu gehört auch ihr jüngerer Bruder Daniel Henze, mit dem sie seit Kindertagen eng verbunden ist und der sie über all die Jahre, ob im Alltag oder im Karneval, stets unterstützt hat. An ihrer Seite steht außerdem Tom Schellhoß, den sie – ganz zeitgemäß – über Facebook kennenlernte. Nach drei Wochen intensiven Schreibens folgte am 1. November 2020 das erste Treffen. Kurz darauf begann der Corona-Lockdown – viel Zeit zum Kennenlernen, Wandern und Feststellen: Zwei Menschen, eine Wellenlänge. Eine Diagnose, die bis heute Bestand hat.

Der Karneval begleitet Julia schon seit frühester Kindheit. Das erste Foto zeigt sie als Kindergartenkind im Ring – noch als Zuschauerin bei Oma und Opa. Doch lange blieb sie nicht am Rand stehen. Mit etwa acht oder neun Jahren tanzte sie erstmals im Mütterkarneval im Hotel Hubertus – gemeinsam mit ihrer Mutter, ein Moment, den sie bis heute nicht vergessen hat. Mit zwölf ging sie erstmals im Rosenmontagszug mit, ein Jahr später folgte der Eintritt in die große Prinzengarde. Seitdem ist Julia ohne Unterbrechung im Umzug dabei – eine echte Konstante des Steinheimer Karnevals.

Nach ihrer Zeit in der Prinzengarde gründete sie mit nur 22 Jahren ihre eigene Truppe, die später als „die bunte Truppe“ bekannt wurde. Seit ihrem 30. Lebensjahr gehört sie zu den Kump(el)stilzchen, wo sie seit 2022 gemeinsam mit Kirsten Volmer den Vorsitz übernimmt. Auch auf der Bühne ist Julia keine Unbekannte: Ihr Einstieg in die Einzelbütt – als Domina – zählt für sie bis heute zu den aufregendsten Momenten ihres Karnevalslebens. Und doch sagt sie selbst: Die schönsten Augenblicke liegen oft in den kleinen Momenten – im Miteinander, im Lachen, im Feiern bis Aschermittwoch.

Besonders stolz ist Julia darauf, dass ihr Tom längst ein Teil dieser Welt geworden ist. Mit Unterstützung von Frank Hollmann fand er seinen Platz im Karneval – als Teil eines eingeschworenen „Blues-Brothers“-Duos. Für Julia das größte Geschenk: einen Partner an der Seite zu haben, der nicht nur unterstützt, sondern mitfeiert, mitmacht und den Karneval genauso lebt.

Jetzt steht sie vor einem neuen Kapitel. Die „schönsten 55 Meter“ liegen vor ihr, ebenso wie eine Session voller Emotionen, Begegnungen und unvergesslicher Momente. Steinheim darf sich freuen auf eine Prinzessin mit Erfahrung, Herz und echtem karnevalistischem Feuer.

Wir wünschen unserer neuen Karnevalsprinzessin Julia Claes eine grandiose Session, viele unvergessliche Augenblicke und ein Jahr, das sie – und ganz Steinheim – noch lange im Herzen tragen werden