Mit viel Interesse, Erinnerungen und karnevalistischer Verbundenheit wurde am 18. Januar um 15 Uhr die Ausstellung „Vergangenheit des Steinheimer Karnevals“ im Möbelmuseum Steinheim eröffnet. Zahlreiche Gäste waren der Einladung gefolgt, darunter viele Elferräte, Gardisten und Damen der Prinzengarde sowie aktive und ehemalige Karnevalisten.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht vor allem das Jahr 1952, das einen großen Teil der präsentierten Exponate ausmacht. Aus dieser frühen Zeit des organisierten Karnevals existieren nur wenige Bilddokumente, was die gezeigten Fotografien umso wertvoller macht. Alle Bilder stammen von Franz Ovenhausen und zeigen eindrucksvoll, wie tief der Karneval bereits damals im Steinheimer Vereins- und Gemeinschaftsleben verwurzelt war.
Ein besonderer Blickfang ist die Narrenkappe des Prinzen von 1952, ein seltenes Original, das sinnbildlich für den Aufbruch und die Begeisterung der frühen Karnevalsjahre steht.
Die Eröffnungsrede hielt Johannes Waldhoff, der mit über 90 Jahren aus erster Hand von den damaligen Zeiten berichtete. Mit persönlichen Erinnerungen ließ er die Anfänge des Steinheimer Karnevals lebendig werden. Gleichzeitig beleuchtete er die schwierigen Jahre des Krieges und der Nachkriegszeit. Trotz aller Widrigkeiten verloren die Karnevalisten jener Zeit nicht den Mut und legten den Grundstein für das heutige karnevalistische Brauchtum in Steinheim. Waldhoff ist zudem Patenonkel des amtierenden Prinzen Andreas, der gemeinsam mit seinem Hofmarschall ebenfalls vor Ort war und sich die Ausstellung aufmerksam anschaute.
Auch der karnevalistische Nachwuchs ließ sich diesen Nachmittag nicht entgehen: Das Kinderprinzenpaar Anton und Emma war ebenfalls zu Gast und sorgte damit für eine schöne Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Steinheimer Karnevals.
Zur Ausstellung eingeladen hatte Regina Schuler. In den vergangenen Jahren wurde die karnevalistische Ausstellung im Möbelmuseum stets von der Steinheimer Karnevalsgesellschaft ausgerichtet. In diesem Jahr jedoch haben Regina Schuler und Johannes Waldhoff die Organisation selbst übernommen, um diese Tradition weiterzuführen und lebendig zu halten.
Wie groß dieses Engagement ist, zeigte sich auch an einem sehr persönlichen Detail: Regina Schuler und ihr Mann lernten sich genau vor 60 Jahren an diesem Tag kennen. Eine Überraschung zu diesem besonderen Jubiläum war geplant, musste jedoch zugunsten der Ausstellung zurückgestellt werden – ein eindrucksvolles Zeichen dafür, wie sehr beide für das Museum und den Steinheimer Karneval brennen.
Die Ausstellung lädt dazu ein, in Erinnerungen zu schwelgen, Geschichte neu zu entdecken und die tiefen Wurzeln des Steinheimer Karnevals zu würdigen. Jeder sollte sich diese Ausstellung ansehen: Sie ist noch über einen längeren Zeitraum im Möbelmuseum zu besuchen und bietet einen besonderen Blick auf den Karneval, der Steinheim seit Jahrzehnten prägt. Man teou!














