Der Rosenmontagmorgensorden ist eine ganz besondere Auszeichnung der Steinheimer Karnevalsgesellschaft. Er wird Jahr für Jahr an eine Persönlichkeit verliehen, die sich durch Offenheit, Humor, Bodenständigkeit und eine besondere Verbundenheit zum Brauchtum Karneval auszeichnet. Eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, die zeigt, dass Verantwortung und Frohsinn keine Gegensätze sein müssen. Im Rahmen eines feierlichen Empfangs am Rosenmontag auf dem Rathaussaal wird dieser Orden traditionell verliehen. In diesem Jahr darf sich Michael Stickeln über diese besondere Ehre freuen.
Michael Stickeln wurde am 14. Oktober 1968 in Warburg geboren und wuchs in seinem Heimatort Dössel auf – einem Ort, der ihn bis heute prägt. Seine schulische Laufbahn begann an der katholischen Grundschule in Warburg-Daseburg, bevor er die Hauptschule in Warburg besuchte und dort die Fachoberschulreife erlangte. Anschließend folgte der Besuch der Johann-Conrad-Schlaun-Schule in Warburg, einer Fachoberschule für Wirtschaft und Verwaltung. Schon früh zeichnete sich ab, dass sein beruflicher Weg ihn in den Bereich der Verwaltung führen würde.
Dieser Weg begann 1986 mit einer Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten bei der Hansestadt Warburg. Nach dem Erwerb der Fachhochschulreife an der Ludwig-Erhard-Schule in Paderborn folgte das Studium für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst des Landes Nordrhein-Westfalen an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Soest. Den Abschluss als Diplom-Verwaltungswirt (FH) legte Michael Stickeln erfolgreich ab – der Startschuss für eine bemerkenswerte kommunale Karriere.
Seine berufliche Laufbahn liest sich wie ein Lehrbuch kommunaler Verwaltung: Vom Stadtinspektor über verschiedene Leitungsfunktionen bei der Stadt Volkmarsen bis hin zum Bürgermeister der Hansestadt Warburg im Jahr 2004. Dieses Amt führte er mit großem Engagement über viele Jahre hinweg aus. Von 2009 bis 2020 übernahm er darüber hinaus die Funktion des Sprechers der Bürgermeister im Kreis Höxter und war damit ein wichtiges Bindeglied zwischen Kommunen und Kreisverwaltung. Im November 2020 wurde Michael Stickeln schließlich zum Landrat des Kreises Höxter gewählt. Seitdem steht er an der Spitze des Kreises und vertritt die Region mit Sachverstand, Augenmaß und Nähe zu den Menschen. Ab Ende 2025 übernimmt er zudem die Aufgabe als Sprecher der Landrätekonferenz OWL – ein weiterer Beleg für das Vertrauen, das man ihm weit über die Kreisgrenzen hinaus entgegenbringt.
Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit hat sich Michael Stickeln stets weitergebildet und engagiert: Ein nebenberufliches Studium der Betriebswirtschaftslehre, Fortbildungen im Bereich Führung und Motivation sowie eine Tätigkeit als Dozent zeugen von seinem Anspruch, Wissen nicht nur zu erwerben, sondern auch weiterzugeben. Zahlreiche Auszeichnungen und Ehrenämter – unter anderem im Bereich Feuerwehr, Musik und Vereinswesen – unterstreichen sein breit gefächertes Engagement für das Gemeinwohl.
Auch privat ist Michael Stickeln fest verwurzelt. Seit 2015 ist er mit seiner langjährigen Freundin Kristina verheiratet. Das glückliche Paar ist Eltern von Zwillingen: Aurelian und Nathanael, acht Jahre alt, die – ganz karnevalistisch – mit großer Begeisterung in fantasievollen Kostümen unterwegs sind. In diesem Jahr stehen sie sogar erstmals mit einem eigenen Beitrag ihrer Schulklasse bei „Kinder und Jugend in der Bütt“ in Wrexen auf der Bühne. Karneval scheint hier also ganz klar Familiensache zu sein.
Mit dem Karneval selbst kam Michael Stickeln bereits in jungen Jahren in Berührung. In seinem Heimatort Dössel wurden über viele Jahre hinweg Büttenabende mit Showprogramm veranstaltet – und er stand nicht selten selbst auf der Bühne. Verkleidung war dabei Pflicht, Wiedererkennung ausdrücklich nicht erwünscht. Ob als Hans-Dietrich Genscher oder Margaret Thatcher: Masken, Rollen und Pointen gehörten für ihn ebenso dazu wie Humor und Spielfreude. Seinen ersten großen Rosenmontagszug erlebte er bereits im Alter von etwa 13 Jahren als Musiker im Musikverein Dössel, der den Rosenmontagszug im nordhessischen Volkmarsen musikalisch begleitete.
Eine ganz besondere karnevalistische Visitenkarte hinterließ Michael Stickeln schließlich beim großen Jubiläumsfest der Steinheimer Karnevalsgesellschaft. Dort hielt er die Eröffnungsrede – und zwar nicht einfach, sondern vollständig gereimt. Mit Taktgefühl, Wortwitz und viel Liebe zum Detail führte er das närrische Publikum in die Jubiläumsfeierlichkeiten ein. Vers für Vers, Reim für Reim bewies er, dass er nicht nur die Sprache der Verwaltung, sondern auch die des Karnevals beherrscht. Diese Rede war mehr als ein Grußwort: Sie war ein feierliches Bekenntnis zur Tradition, zum Ehrenamt und zur närrischen Gemeinschaft. Spätestens hier wurde klar: Dieser Landrat kann Karneval.
Auch wenn er heute nicht regelmäßig aktiv im Karneval eingebunden ist, zeigt sich seine Verbundenheit immer wieder – sei es durch Grußworte, persönliche Präsenz oder eben solche besonderen Momente. Auf die Frage nach seinem schönsten Karnevalserlebnis antwortet er folgerichtig: Es sind einfach zu viele, um sie gegeneinander aufzuwiegen. Eine Antwort, die bestens zu einem Mann passt, der weiß, dass der Karneval vor allem von Gemeinschaft, Erinnerungen und gemeinsamem Lachen lebt.
Mit der Verleihung des Rosenmontagmorgensordens an Michael Stickeln ehrt die Steinheimer Karnevalsgesellschaft einen Menschen, der Verantwortung trägt, ohne den Humor zu verlieren – einen Landrat, der weiß, dass Reime verbinden, Lachen Brücken baut und Traditionen das Herz wärmen. Wir gratulieren herzlich zu dieser Auszeichnung und freuen uns darauf, ihn am Rosenmontagmorgen auf dem Rathaussaal gebührend zu feiern.



