Prinzessinsteckbrief



30.03.2017

Claudia, la bella Vantastica

„Gigantisch!“, mit diesem Wort umschrieb Prinzessin Claudia auch rund vier Wochen nach den tollen Tagen immer wieder ihre ganz persönlichen Erlebnisse im Steinheimer Karneval.

Was in einer fantastischen Regentschaft zusammen mit ihrem Prinzen Volker am Karnevalswochenende im Februar 2017 gipfelte, war einige Jahrzehnte zuvor in einer Bäckerei im niedersächsischen Lingen wohl kaum absehbar. „Ich bin ein Lingener-Kind“ und dort, wo ihr Vater alljährlich zur Herrensitzung ging, war ansonsten „karnevalistisch nicht wirklich viel los“, wie es Claudia van Lengerich fernab der ursprünglichen Heimat im Nachhinein beurteilt.

Nur gut, dass ihre Mutter Hildegard aus Emsdetten stammt. Dort im Münsterland, wo ein Rosenmontagszug durch die Straßen läuft, sammelte Claudia, als Harlekin verkleidet, so manche Kamelle ein.

Während ihrer Abiturzeit wuchs der Wunsch unserer diesjährigen Prinzessin, Betriebswirtschaft auf Lehramt zu studieren. Zum Glück führte ihr Weg ins Studium nach Paderborn, wo sie ihren Mann Christian kennenlernte. Der Rolfzer („Zigeuner“) hatte es Claudia direkt angetan. Als zu klären war, welchen Namen die beiden nach der Hochzeit haben würde, wurde schnell eine Lösung gefunden. „Wenn Du, Christian, meinen Namen annimmst, reise ich Dir hinterher“. „Bis heute ist das die beste Lösung, die wir eingehen konnten“.

Eigentlich befand sich Claudia zu dieser Zeit noch im Referendariat in Dortmund. Doch der Lockruf gemeinsam im Steinheimer Rosenmontagszug teilzunehmen, war all zu groß. Selber mit einem Faible fürs Kostüme gestalten ausgestattet, verwandelte sich Claudia mal als Vampir, als Narrenpilz, als Eisschollen oder als „kunterbunt und rabenschwarz, wie es ihr ganz persönliches Karnevals-Foto-Album von den vergangenen 22 Jahren berichten kann.

Parallel mit der karnevalistischen Bindung zu Steinheim, bezogen die van Lengerichs ihr neues Domizil in der Emmerstadt. Dort komplettierten Piet und die Zwillinge Lars und Luc das fünfköpfige Familienglück. Mit besten, närrischen Genen ausgestattet, feierten die Jungs in schicken Kostümen zunächst in der Buddelkiste, später in den Schulen der Stadt, immer auch im Straßenkarneval und bauten diesjährig das erste Mal in ihrer „Truppe“ einen eigenen Wagen.

Christian, seines Zeichens stattlicher Offizier in der Garde der StKG, gehörte bereits im Jahr 2001 zu den Gründungsmitgliedern der neu formierten Männergarde. So entstand für das karnevalsbegeisterte Ehepaar eine noch größere Nähe zum Narrentreiben mit ihren schönsten Männern Steinheims.

„In den letzten Jahren keimte dann bei mir auch die Idee auf: Wenn einmal ein Prinz aus der Garde auf Steinheims Narrenthron sitzt, dann singen wir“, erinnerte sich Claudia an den Zeitpunkt, als das Lied: „Die Hände in die höh´ und nicht mehr trinken, dem Prinzen woll´n wir winken.“ kreative Gestalt annahm. „Dass ich das Lied für meinen Prinzen singen würde, hätte ich mir im Traum nicht ausmalen können“, versicherte die strahlende Prinzessin anschließend. Auch wenn Claudia nach eigenem Bekunden mit sehr viel Respekt ans Mikrofon getreten ist, das verspürte sicherlich keiner der eintausend Gäste beim ausverkauften Galaabend.

Der Galaabend war wiederum einer dieser gigantischen Erlebnisse, von denen Prinzessin Claudia mit immer wieder funkelnden Augen berichtete. „Es war ein so wunderbares Programm, das so viele Höhepunkte hatte, schöner hätten Volker und ich es uns gar nicht wünschen können!“

Der Prinzessinnenempfang am Sonntagvormittag hatte für „La Balla Vantastica“ so manche Überraschungen parat, insbesondere in der Form, dass der Reigen der Gratulanten kein Ende nehmen wollte. Zusammen mit einem großen Freundeskreis wurde auf das Wohl der Prinzessin angestoßen. „Ich war total gerührt, wer alles meiner Einladung gefolgt war und dass Wibke, mein Patenkind mit Friedhelm Borgmeier und Bernhard Leifeld für mich gesungen haben. Der ganze Morgen war fantastisch und ergreifend!“

Aus Lingen waren ihre Schwester Petra und ihre Mutter Hildegard angereist, um das Karnevalswochenende in Steinheim zu verbringen. Mutter Hildegard durfte beim Prinzessinnenempfang den Mutterorden entgegennehmen. Ihr wurde die „Tragweite“ des Karnevals in Steinheim erst jetzt richtig bewusst und die Tatsache, warum ihre Tochter Claudia immer so sehr ins Schwärmen gerät, wenn es um den Karneval in der ostwestfälischen Hochburg geht. „Trinken könnt ihr genauso gut wie wir, aber feiern könnt ihr besser“, resümierte Claudias Mutter nach den tollen Tagen über die Unterschiede im Karneval zwischen Lingen und Steinheim.

Sei es im Verlauf des Sonntags oder auch am Rosenmontag, nach den Aussagen von Prinzessin Claudia „hatte jede Veranstaltung ihren eigenen Reiz“. Überall sei die Resonanz so großartig gewesen, dass das Publikum das Prinzenpaar schirr auf Händen getragen hätte.

Beim Karneval der Chöre versagte Claudias Stimme gänzlich und Volker musste ihre Rede halten. Der Einstieg sorgte schon für lautstarkes Lachen im Saal: „Nun stehe ich hier, als eure Prinzessin…“ und alle guckten auf Volker. Trotz völligem Stimmverlust und Lacher auf der eigenen Seite hatten beide Tollitäten riesigen Spaß.

Prinz Volker hatte am Rosenmontag für sonnig-glänzendes Wetter gesorgt und so war der Umzug ein unvergessliches Highlight im Leben von Claudia van Lengerich. „Als die ganzen toll kostümierten Gruppen und aufwendigen Wagen an unserem Prinzenwagen vorbeizogen, war schon ein beeindruckendes Gefühl.“

Ihre eigene Rosenmontagsgruppe hatte kurzfristig improvisiert. Mit einem Foto der Prinzessin ausgestattet, verkündeten sie: „Wir sind Prinzessin!“ Eine tolle Geste für Claudia, die schon im nächsten Jahr wieder im Umzug mitten unter ihnen sein wird.

Beim Gruß-Banner der Gardefrauen, das am Bürogebäude von Krekelers hing, hatten sie sich was ganz Besonderes einfallen lassen. Ein überdimensionales Bild vom Prinzenpaar, das erst eine Woche zuvor beim Festball der Garde entstand. Auch die Männer der Garde ließen sich was Besondere für Claudia einfallen. So wurde ihr Name auf das Banner mit Prinz Volker eingearbeitet. „Ich hab´ mich so gefreut, da kullerten auch schon mal die Tränen.“

„Als Volker mich fragte, ob ich seine Prinzessin werden möchte, brauchte ich gar nicht zu überlegen! Und so fing die Session mit einem tollen Fest bei der Prinzenkürung an und hörte mit einem gigantischen Fest am Rosenmontag auf!“ Claudia hat passend zum Bühnenthema „Bella Italia“ eine fantastische Prinzessin im Steinheimer Karneval verkörpert und ihrem karnevalistischen Beinamen „La bella Vantastica“ alle Ehre gemacht. Vielen Dank, Dir Claudia, einer gigantischen Prinzessin! Man teou!!!

 


Fotos: Kerstin Peine (Empfang) und Stefan Wiedemeier
Text: Stefan Wiedemeier
55 Bilder

Die tollen Tage


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